Deutsch­land ist 2019 bei Naturgefahren rela­tiv glimpf­lich davon­ge­kom­men

Foto: AXA

30.10.2020. Stürme, Hagelschauer oder Überschwemmungen haben im vorigen Jahr vergleichsweise geringe Schäden angerichtet, wie der aktuelle Naturgefahrenreport zeigt. Einzelne Unwetter waren aber durchaus folgenschwer, besonders für die Kfz-Versicherer.

Deutschland weitgehend verschont

Deutschland ist 2019 vergleichsweise wenig von Naturkatastrophen getroffen worden. Mit drei Milliarden Euro lagen die versicherten Schäden knapp zehn Prozent unter dem Jahr davor und fast 20 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert (3,7 Milliarden Euro). Das geht aus der finalen Schadenbilanz 2019 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, die jetzt im Naturgefahrenreport veröffentlicht wurde. Vom Gesamtschaden entstanden 2,7 Milliarden Euro durch Sturm und Hagel an Gebäuden, Kraftfahrzeugen, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft. Weitere 300 Millionen Euro entfielen auf Elementargefahren wie Hochwasser, Starkregen oder Erdrutsch.

Schäden durch Naturgefahren 2019

Schwere Stürme und Hagelschauer in der ersten Jahreshälfte

Trotz geringerer Schäden war das vorige Jahr geprägt von einzelnen heftigen Unwettern – vor allem in der ersten Jahreshälfte. „2019 hat erneut gezeigt, zu welchen Extremen das Wetter neigt“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Im März wüteten die Sturmtiefs Dragi und Eberhard und sorgten für Beschädigungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro – fast ein Viertel des gesamten Sachschadens (ohne Kfz). Im Juni wiederum brachten mehrere Tiefs in kurzer Folge heftige Hagelschauer. Die Bilanz: 300 Millionen Euro an Sachschäden und weitere 400 Millionen Euro an Fahrzeugen. Für die Kfz-Versicherer waren die Hageltage im Juni die neuntschwersten Unwetter seit 1984.

Multimedia-Reportage "Hagel - die wachsende Gefahr"

Zehn Millionen Häuser nicht rundum geschützt

„Angesichts der zu erwartenden Zunahme extremer Wetterereignisse sind die Menschen gut beraten, ihr Hab und Gut umfassend abzusichern“, betont Asmussen. Während bundesweit fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert sind, fehlt jedoch rund zehn Millionen Hausbesitzern der Schutz gegen Elementarrisiken wie Starkregen und Hochwasser. Ende 2019 hatten erst 45 Prozent aller Gebäude den dafür nötigen Zusatzbaustein „erweiterte Naturgefahrenversicherung (Elementarschäden)“ – immerhin zwei Prozentpunkte mehr als Ende 2018.

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