09.08.2011. Steht die Welt vor einer neuen Finanzkrise? Weltweit sind die Börsen auf Talfahrt, doch der Kleinanleger hat andere Sorgen und Nöte. Im wesentliche geht es ihm um die Sicherheit seiner Spareinlagen und um Alternativen der Anlage. Doch welche Anlagefomen empfehlen die Experten? Sind Bankanlagen noch sicher? Oder soll man jetzt in Gold investieren? Oder in Schweizer Franken?
Einlagensicherung bei Banken
Kundengelder bei Banken und Sparkassen sind in Deutschland bis zu 100.000 Euro pro Kontoinhaber gesetzlich gesichert. Zudem sind die meisten Banken über den Einlagensicherungsfonds deutscher Banken mit einem großen Millionenbetrag abgesichert. Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind über deren Verbundsysteme geschützt. Geschützt sind dadurch Termin-, Spar- und Sichteinlagen. Das umfasst Girokonten, Tages- und Festgelder, Sparbücher, Banksparpläne und Sparbriefe – nicht aber Aktien, Fonds und meist auch keine Zertifikate und Schuldverschreibungen.
Staatliche Sparguthaben
Sehr sicher sind auch Staatsanleihen Deutschlans, Bundesschatzbriefe oder Bundesobligationen. Deutschland ist immer noch eines der sichersten und solventesten Schuldner auf der ganzen Welt. Nachteil der hohen Sicherheit: die niedrigen Zinsen. Das gilt jedoch nicht für alle Euroländer. Je nach der Kreditwürdigkeit der einzelnen Euroländer steigt die Rendite und damit das Risiko. Für Anleger heißt das: Wer Staatsanleihen aus dem Euroraum kauft, muss genau hinschauen, wem er sein Geld leiht.
Rentenfonds
Der gleiche Grundsatz wie bei den Staatsanleihen gilt auch für Rentenfonds. Die Anleger sollten prüfen, in welche Anleihen der Fonds investiert ist. Bei schlechten Schuldnern drohen Kursrückgänge und dann darf in nächster Zeit nur mit dürftigen Renditen gerechnet werden.
Geldanlage in Lebensversicherungen
Lebensversicherer dürfen nur bis zu 30 % Kundengelder in Aktien und Investmentfonds anlegen. Die meisten Versicherer nutzen diesen Spielraum aber nicht vollumfänglich aus. Der größte Teil ist in festverzinslichen Wertpapiere angelegt. Mit Sorge betrachten die Versicherer die weitere Entwicklung, die italienische Staatsanleihen im Gepäck haben. Das dürften nicht nur ein paar wenige sein, denn das Mittelmeerland ist der drittgrößte Anleihemarkt der Welt.
Eine Insolvenz der Versicherer ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Aber, die Kundengelder müssem getrennt von den übrigen Vermögenswerten verwaltet werden. Es ist für die Erfüllung der Zahlungsansprüche der Versicherungsnehmer reserviert und dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen. Auch sind die Versicherer durch den Sicherungsfonds "Protektor" vor Pleiten geschützt. Diese Auffanggesellschaft umfasst derzeit einen Topf von 722 Millionen Euro. Von einer Pleite ohne Absicherung muss also niemand ausgehen. Achtung: Kündigen sie nicht vorschnell eine bestehende Lebensversicherung. Kosten- und Kapitalverlust sind hier viel zu hoch.
Riester-Rente und Garantie
Bei einem Rister-Vertrag sind die eingezahlten Spargelder samt Zulagen garantiert. Das bietet zwar hohe Sicherheit, gewährt aber keine Garantie für eine ordentliche Rendite. Zumal die Riester-Rente nachträglich versteuert werden muss. Bei einem fondsgebundenen Riester-Vertrag ist langer Sparhorizont gefragt, um die Börsenschwächen auszugleichen. Wenn das nicht der Fall ist, düften die Anleger auf der Garantie sitzen bleiben.
Schweizer Franken und Gold als Alternative
Viele Anleger flüchten derzeit in den Schweizer Franken oder in Gold. Dies erscheint zwar derzeit sicher zu sein, doch große Gewinne sind wohl hierbei nicht zu machen, da sich die Preise für Schweizer Franken und Gold schon im oberen Segment bewegen. Neben dem Währung- und Kursrisko wirft der Schweizer Franke kaum und Gold keine Zinsen ab. Dennoch werden Fremdwährungen und Edelemetalle als Vermögensstabilisator gesehen, um sich vor Inflation und dem drohenden Euro-Ausfall zu schützen. Trotzdem eignen sie sich nur zur Ergänzung und Risikostreuung bei der Kapitalanlage.
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