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10.10.2011. Wie bereits im Jahr 2008 befragte Kantar Health (vormals Emnid) auch aktuell im Auftrag des BKK Bundesverbandes rund 6.000 Bundesbürger ab 14 Jahren zum Thema „Arztbesuche/Wartezeiten“. Bei den Ergebnissen sind sowohl die Wartezeiten der Patienten beim Arztbesuch als auch die Dauer für die Terminvergabe ermittelt worden. 2011 war die Versicherungssituation der Befragten deckungsgleich mit der Situation vor 3 Jahren: 85 Prozent sind in der gesetzlichen Krankenversicherung, acht Prozent sind komplett privat krankenversichert. Doch hat man als Privatpatient noch Vorteile?

Privatpatient wartet weniger

Unverändert warteten die Befragten im Durchschnitt etwas weniger als eine halbe Stunde beim Arzt (2011: 27 Minuten, 2008: 28 Minuten). Der Privatpatient wartete in der Praxis nur wenige Minuten weniger (2011: 21 Minuten, 2008: 22 Minuten). Die Wartezeiten haben sich für gesetzlich Versicherte bei den Arztgruppen zwischen 2008 und 2011 wenig verändert: Beim Hausarzt wurde 27 Minuten gewartet (2008: 30 Minuten); bei den Fachärzten kam man nach wie vor im Schnitt nach 27 Minuten an die Reihe. Am raschesten ging es bei den Zahnärzten mit 13 Minuten, gefolgt von den Gynäkologen mit 23 Minuten. Auch wenn kleine Patienten oft unangemeldet mit akuten Beschwerden von ihren besorgten Eltern beim Kinderarzt vorgestellt wurden, betrug die Wartezeit durchschnittlich nur 29 Minuten. Längere Wartezeiten gab es bei den Augenärzten mit 37 Minuten sowie bei HNO-Ärzten und Orthopäden mit jeweils 35 Minuten. Auch 2011 wurden die Patienten mit akuten Beschwerden schnell behandelt: Egal, ob in der gesetzlich Versicherter oder Privatpatient, rund zwei Drittel der Akutfälle wurden noch am selben Tag versorgt.

Privatpatient erhält schneller einen Termin

Im Durchschnitt warteten die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung 20 Tage auf einen Termin und damit 6 Tage länger als ein Privatpatient. Während sich bei den gesetzlich Versicherten die Terminwartezeit gegenüber 2008 um einen Tag verringerte, verlängerte sich die Wartezeit für PKV-Patienten im Schnitt um 4 Tage (2011: 14 Tage, 2008: 10 Tage). Schaut man sich Fristen für die Terminvergabe im Detail an, fällt auf, dass bei den Patienten mit akuten Beschwerden, die rasch einen Termin brauchen, meist am selben Tag oder dem Folgetag behandelt werden, gesetzlich Versicherte überproportional vertreten sind. Nicht einmal 30 Prozent der PKV-Akut-Fälle gingen ohne Vorab-Terminabsprache zum Arzt. Dies könnte daran liegen, dass insbesondere pflichtversicherte Arbeitnehmer rasch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Krankenschein) für ihren Arbeitgeber benötigen. Vergleicht man die Terminfristen derjenigen, die ohne Akutbeschwerden einen Termin vereinbart haben, hat sich auch hier 2011 die Zeit für gesetzlich Versicherte etwas verkürzt (2011: 25 Tage; 2008: 26 Tage). Der Privatpatient musste dagegen fünf Tage länger auf einen Behandlungstermin warten (2011: 17 Tage; 2008: 12 Tage). Untersucht man die von den Befragten in den letzten 12 Monaten am häufigsten besuchten Arztgruppen, variiert die durchschnittliche Terminvergabe um einen Monat: Während die Patienten 2011 beim Hausarzt 8 Tage auf einen Termin warteten, mussten die Versicherten bei den Augenärzten 37 Tage warten. Das sind allerdings 6 Tage weniger als noch 2008 mit 43 Tagen. Im Fachärzte-Durchschnitt ist keine Veränderung zu 2008 eingetreten. Nach wie vor liegt die Termin-Wartezeit bei 24 Tagen. Bei Frauenärzten lag sie 2011 und 2008 bei 27 Tagen, Patienten beim Orthopäden warteten 2 Tage länger (2011: 18 Tage, 2008: 16 Tage). Auch bei den langfristig vereinbarten Zahnarztterminen dauerte es 2011 etwas länger (2011: 28 Tage, 2008: 25 Tage).

Privatpatient im Vorteil

Gar keinen Arzttermin bekamen 15 Prozent der Befragten. Das waren zwei Prozent mehr als noch 2008. Betroffen davon waren überwiegend GKV-Versicherte, nur bei 9 Prozent der Privatpatienten gab es weder 2008 noch 2011 einen Termin. Die Auskunft „kein Termin“ erfolgte in über 90 Prozent der Fälle durch Fachärzte, wobei von den Patienten sowohl 2011 als auch 2008 am häufigsten Orthopäden (2011: 29 Prozent, 2008: 30 Prozent), Augenärzte (2011: 24 Prozent, 2008: 25 Prozent) und Dermatologen (2011: 14 Prozent, 2008: 14 Prozent) genannt wurden. Wer also als Privatpatient beim Arzt vorstellig wird, hat immer noch Vorteile gegenüber Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung.

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