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Studie deckt Irrtümer zur BU auf


02.07.2012. Berufsunfähig und dann? Viele Betroffene haben nur geringe oder gar keine finanziellen Polster, auf die sie zurückgreifen können. Sie sind im schlimmsten Fall ein Leben lang auf die Unterstützung anderer an-gewiesen. Ein Risiko, das viele immer noch unterschätzen. Nur jeder 14. schätzt nach einer aktuellen Forsa-Studie das Risiko, selbst einmal berufsunfähig zu werden als stark erhöht ein. Tatsächlich scheidet jedoch jeder 4. Arbeitnehmer vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben aus.
Die Studie "Irrtümer zur Berufsunfähigkeit" führte das Institut forsa im Auftrag der Versicherungskammer Bayern (VKB) durch. Insgesamt wurden 150 in München und 500 in Rest-Bayern lebende Personen zwischen 18 und 45 Jahren zum Thema Berufsunfähigkeit befragt. Mit ihrer Studie soll Bayern für dieses Risiko sensibilisiert werden.

Irrtum 1: "Mich trifft es sowieso nicht"

Die Befragung hat gezeigt, dass nur jeder 14. Münchner das Risiko, selbst einmal berufsunfähig zu werden, als "stark erhöht" einschätzt. Die Hälfte vermutet, dass maximal 10 Prozent der gesamten Bevölkerung in Deutschland im Laufe ihres Arbeitslebens berufsunfähig werden. Tatsächlich scheidet jedoch jeder 4. Arbeitnehmer vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben aus.

Irrtum 2: "Mir reicht die gesetzliche Absicherung"

Ein Viertel der befragten Münchner glaubt, bei einer Berufsunfähigkeit durch gesetzliche Leistungen zwar knapp, aber ausreichend versorgt zu sein. Fakt ist jedoch: Ein gesetzlicher Versicherungsschutz besteht nur für die heute 52-Jährigen und Ältere. Für alle nach dem 1. Januar 1961 Geborenen gibt es keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung mehr, sondern lediglich eine Erwerbsminderungsrente. Um den Lebensstandard zu halten, reicht diese aber nicht aus.

Irrtum 3: "Iim Büro kann mir nichtspassieren"

Die deutliche Mehrheit der Befragten glaubt, dass der eigene Beruf kaum Gefahren birgt, da sie keine körperlich schwere Arbeit verrichten. Die Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind aber vielfältig. An erster Stelle nannten die befragten Münchner Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats wie Rückenleiden, gefolgt von Nervenkrankheiten oder psychischen Ursachen wie Burnout und an dritter Stelle Unfälle. Die Münchner haben erkannt, dass psychische Erkrankungen eine der Hauptgründe für eine Berufsunfähigkeit sind; überschätzt haben sie hingegen die Bedeutung von Unfällen.

Irrtum 4: "Ich bin jung, nur Ältere werden BU"

Fast jeder 2. Münchner schätzt, dass die Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden, bei den 50-Jährigen am größten ist. Längst ist nicht nur die ältere Generation von Berufsunfähigkeit betroffen. 2010 waren laut Deutscher Rentenversicherung rund 40 Prozent der Leistungsbezieher einer Erwerbsminderungsrente jünger als 50 Jahre. Nach Angaben der Deutschen Aktuarvereinigung werden rund 40 Prozent der heute 20- bis 40-Jährigen im Laufe ihres Berufslebens einmal berufsunfähig.

Irrtum 5: "Ich habe gut vorgesorgt"

Nur jeder 4. Münchner rechnet bei einer Berufsunfähigkeit mit erheblichen finanziellen Einbußen. Die Münchner setzen vor allem auf ihre Ersparnisse sowie auf eine Unfallversicherung. Aber nur in elf Prozent der Fälle ist ein Unfall die Ursache für Berufsunfähigkeit. Unfallversicherungen bieten somit nur einen unzureichenden Schutz. Auch gesparte Mittel sind bei Verlust eines regelmäßigen Einkommens schnell verbraucht.

Irrtum 6: "Ich kann mir die BU-Vers. nicht leisten

Von den befragten Münchnern, die kein Interesse am Abschluss einer Versicherung haben, gibt jeder Dritte an, dass die Versicherung zu teuer sei. Fakt ist: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung deckt ein hohes Risiko ab: Rund 1,4 Millionen Euro verdient ein heute 40-Jähriger laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich in seinem Arbeitsleben.

Berufsunfähigkeit als "doppeltes Risiko"

"Wenn die laufenden Einkünfte, verursacht durch eine Berufsunfähigkeit, deutlich sinken, ist auch die Altersvorsorge in Gefahr", erläutert Joachim Geiberger, Inhaber und Geschäftsführer des unabhängigen Analysehauses Morgen & Morgen. Dies betreffe sowohl die gesetzliche als auch die private Vorsorge. Die Berufsunfähigkeit ist somit gleichsam ein doppeltes existenzbedrohendes Risiko, vor allem vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der unabdingbaren Notwendigkeit der zusätzlichen Altersvorsorge.

Unterschiede im Vergleich zu Bayern

Im Vergleich zu den 18- bis 45-Jährigen Bayern zeigen sich bei den gleichaltrigen Münchnern außer bei der Demografie so gut wie keine signifikanten Unterschiede.
Die befragten Münchener sind überdurchschnittlich häufig Singles und verfügen mehrheitlich über ein Abitur bzw. einen Hochschulabschluss. Dementsprechend ist der Anteil Erwerbstätiger/Angestellter auch etwas höher als in Bayern und damit auch der Anteil derer, deren monatliches Haushaltsnettoeinkommen über 3.000 Euro liegt.
Ebenso wie in Bayern sieht auch in München nahezu jeder Befragte in der privaten BU-Versicherung eine gute Absicherung vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit. Allerdings glauben in München etwas weniger Befragte als in Bayern, über eine Unfallversicherung (- 14 Pp.), Lebensversicherung (- 13 Pp.) oder Krankenversicherung (- 8 Pp.) vorgesorgt zu haben.
Bevorzugte Informationsquelle, um sich zum Thema BU-Versicherung zu informieren, ist sowohl in München als auch in Bayern der Versicherungsvertreter - in München allerdings seltener als in Bayern (- 15 Pp.). Dafür nutzen die befragten Münchener stärker das Internet (+ 13 Pp.).
Obwohl sie sich genauso gut über das Thema BU-Versicherung informiert fühlen und ebenfalls etwa jeder Dritte angibt, bereits eine BU-Versicherung abgeschlossen zu haben, können die befragten Münchener die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit noch häufiger als die befragten Bayern nicht absehen (+ 10 Pp.). Vermutlich nicht zuletzt deshalb, weil in der Großstadt aufgrund des höheren Single-Anteils weniger Befragte auf die Einkünften eines Partners zurückgreifen könnten.

Studienergebnisse im Einzelnen

Ergebnis forsa Studie "Irrtümer zur Berufsunfähigkeit" in München im Auftrag der VKB
Ergebnis forsa Studie "Irrtümer zur Berufsunfähigkeit" in Bayern im Auftrag der VKB

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